Pressemitteilung:
26. Februar 2004
Horst Vöge: Kampf gegen Kinderarmut bleibt gesamtgesellschaftliche Aufgabe
"Der Kampf gegen Kinderarmut kann erfolgreich nur geführt werden, wenn wir ihn als Querschnittsaufgabe begreifen. Ziel der Politikfeld übergreifenden Ansätze muss sein, kurzfristig die negativen Auswirkungen der Kinderarmut zu überwinden und den Kindern einschließlich ihrer Familien mittelfristig eine tragfähige Lebensperspektive zu eröffnen. Die geplante Erweiterung des Stiftungszwecks der Stiftung Wohlfahrtspflege kann hierzu einen wertvollen Beitrag leisten" Mit diesen Worten fasste der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Horst Vöge, das Ergebnis eines Fachgesprächs der SPD-Fraktion zusammen. An ihm nahmen rund 50 Expertinnen und Experten teil, um Möglichkeiten der Bekämpfung von Kinderarmut einschließlich der in der Stiftung Wohlfahrtspflege liegenden Chancen zu erörtern.
Vöge berichtete, dass das Fachgespräch die Notwendigkeit unterstrichen habe, den Kampf gegen Kinderarmut auch in Zukunft mit allem Nachdruck zu führen. Die Zahl der Kinder, die in einem Sozialhilfeempfängerhaushalt leben, habe in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich zugenommen: 1965 habe noch jedes 75. Kind in einem solchen Haushalt gelebt, 1992 war es jedes 9. und 2003 schon jedes 7. Kind. Für die von Armutslagen betroffenen Kinder habe dies gravierende Auswirkungen. Sie seien häufig schlecht ernährt, litten unter gesundheitlichen Einschränkungen, hätten Nachteile hinsichtlich ihrer Bildungschancen und zeigten Auffälligkeiten in ihrem Spiel-, Sprach- und Arbeitsverhalten.
Auf diese nicht hinnehmbare Situation müsse mit einem breit angelegten politischen Ansatz reagiert werden, erklärte Vöge. Da Kinderarmut zu großen Teilen auf Frauenarmut zurück zu führen sei, stehe die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit von allein erziehenden Frauen im Vordergrund. Hierzu müsse auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter verbessert werden. Dieses Ziel werde mit dem Ausbau der offenen Ganztagsschule erreicht. Bis zum Jahr 2007 werde es für jedes vierte Kind im Grundschulalter ein Ganztagsangebot in einer offenen Ganztagsschule geben.
Aber auch direkte Hilfen für Kinder seien notwendig. Die Präsentation der Projekte "Mo.Ki" in Monheim und "Düppelpunkt" in Dinslaken habe gezeigt, dass vor allem solche Ansätze erfolg-reich seien, die mit Kooperationspartnern vernetzt, Stadtteil orientiert und angebunden sowie ganzheitlich im Sinne der Einbeziehung der ganzen Familie angelegt seien.
Vor diesem Hintergrund sei die geplante Erweiterung des Stiftungszwecks der Stiftung Wohlfahrtspflege um Projekte zugunsten benachteiligter Kinder von den Expertinnen und Experten einhellig begrüßt worden. Die Stiftung Wohlfahrtspflege werde auch in Zukunft als Motor für die Weiterentwicklung sozialpolitischer Innovationen in NRW genutzt. "Den im Kampf gegen Kinderarmut eingeschlagenen Weg werden wir konsequent weiter gehen. Wir müssen uns mit aller Kraft dafür einsetzen, die Geißel der Kinderarmut dauerhaft zu überwinden", erklärte Vöge.