Pressemitteilung:
22. Juli 2004
Große Anfrage: Gesundheits– und Seniorenwirtschaft ist ein wichtiger Motor des Strukturwandels in Nordrhein-Westfalen
Mit dem Ziel, die Chancen und Entwicklungsperspektiven der Gesundheits– und Seniorenwirtschaft stärker zu nutzen, hat die SPD–Landtagsfraktion heute die Antwort der Landesregierung auf eine Große Anfrage zu "Chancen und Entwicklungsperspektiven der Gesundheits– und Seniorenwirtschaft in Nordrhein–Westfalen" vorgestellt. Die stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden
Marc Jan Eumann und Horst Vöge betonten, dass mit dem Alter erhebliche Chancen und Potenziale verbunden seien, um für den einzelnen Menschen eine sehr gute Lebensqualität zu sichern.
Horst Vöge erklärte, allein in der Altenhilfe werde der Beschäftigungszuwachs bis 2015 zwischen 44.000 und 100.000 Beschäftigten liegen. Für die Gesundheitswirtschaft insgesamt werde sich der Beschäftigungszuwachs zwischen 77.000 und ca. 200.000 Beschäftigten bewegen. Im Bereich der Seniorenwirtschaft sei allein mit den drei Bereichen Neue Medien, Wohnen und Freizeit von 1999 bis 2002 ein Beschäftigungszuwachs von rund 12.300 Arbeitsplätzen generiert worden. Die wachsende Nachfrage von Seniorinnen und Senioren nach Produkten und Dienstleistungen für mehr Lebensqualität im Alter berge auch künftig ein enormes Beschäftigungspotential. Für Nordrhein–Westfalen werde in diesem Bereich bis 2015 ein zusätzlicher Bedarf von 100.000 Arbeitsplätzen prognostiziert.
Insgesamt gebe es ein gut ausgebautes Netz medizinischer Versorgung. Allerdings bestünden Defizite bei der Versorgung von Patientinnen und Patienten, die an chronischen Krankheiten leiden. Hier mangele es vor allem an interdisziplinären, flexiblen Versorgungsstrukturen. Deshalb werde die Weiterentwicklung der Disease–Management–Programme in der Vertragspartnerschaft zwischen Krankenkassen, Ärztinnen und Ärzten sowie Krankenhäusern in den nächsten Jahren von großer Bedeutung sein.
Marc Jan Eumann hob die Bedeutung des Einsatzes neuer Medien hervor. Im Zusammenspiel von elektronischer Gesundheitskarte und elektronischen Heilberufsausweisen sowie weiteren Infrastrukturelementen, wie sicheren Netzen mit virtuellen elektronischen Patientenakten, lasse sich eine effiziente Dokumentationskultur für eine Landschaft der integrierten Versorgung in Nordrhein–Westfalen aufbauen. Die Telematikprojekte in NRW würden in einer bundesweit einmaligen Landesinitiative (eHealth NRW) gebündelt.
Ein weiterer wichtiger Bereich seien die Medizinprodukte und der gesamte Bereich der Life–Science. Hier habe die Landesregierung nach dem PPP–Prinzip der öffentlich–privaten Partnerschaft, gemeinsam mit Akteuren aus Wirtschaft und Wissenschaft, die Life Science Agency GmbH initiiert. Dabei sei das der Bündelung zugrunde liegende Konzept, welches unter Mitwirkung eines international renommierten Beratungsunternehmens konzipiert worden sei, von allen Beteiligten aus Wirtschaft und Wissenschaft als hervorragend beurteilt worden.
Dokumente:Drucksache 13/5604 - Große Anfrage der Fraktion der SPD zu "Chancen und Entwicklungsperspektiven der Gesundheits- und Seniorenwirtschaft in Nordrhein-Westfalen"