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Hans Theo Peschkes

Hans Theo Peschkes

Pressemitteilung:

15. September 2004

Edgar Moron: RAG-Vorschlag für Bau einer neuen Kokskohlezeche ernsthaft prüfen - Stahlindustrie braucht Sicherheit

"Der Vorschlag des RAG-Chefs ist durchaus überlegenswert. Er stößt bei mir auf offene Ohren." Mit diesen Worten reagierte der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Edgar Moron, auf den Vorschlag des RAG-Chefs Werner Müller, im Ruhrgebiet eine neue Kokskohlenzeche zu bauen. Der Vorschlag zeige, so Moron, dass sich die Zeiten in der Energiepolitik ändern. Es gehe nicht mehr um den Ausstieg aus der Kohlepolitik, sondern darum, Kohle langfristig als wichtige heimische Energiequelle zu sichern.

Der Chef des RAG-Konzerns hatte auf die Kokskohleknappheit und die explodierten Weltmarktpreise für Kokskohle und Koks hingewiesen. Die Preise für Koks zur Stahlerzeugung hätten im Frühjahr bei 450 Dollar pro Tonne gelegen und lägen heute immer noch zwischen 250 und 300 Dollar. Zu diesen Preisen könne Kokskohle in Deutschland laut RAG ohne Subventionen gefördert werden. Moron wies zudem darauf hin, dass deutsche Stahlunternehmen Engpässe bei der Kokslieferung voraussagen. Wie wichtig es sei, auf die veränderte Situation am Weltmarkt zu reagieren, zeige sich auch daran, dass große Stahlunternehmen die Finanzierung der RAG-Kokerei Prosper in Bottrop übernehmen wollten.

"Das ist eine hochinteressante Entwicklung, wenn führende deutsche Unternehmen nicht für den langsamen Sinkflug bei der Kohleförderung, sondern im Gegenteil für eine Verstärkung eintreten", erklärte Edgar Moron. Daran sei zu erkennen, dass die Ausstiegsszenarien der angeblichen "Wirtschaftspartei FDP" mit der wirtschaftlichen Realität nichts zu tun hätten. Zudem zeige sich, dass auch der jüngste populistische Antikohlekurs der NRW-CDU nicht den wirtschaftlichen und arbeitsmarktpolitischen Interessen unseres Landes entspreche. Die heimische Stahlindustrie brauche Planungssicherheit. Die Politik sei gut beraten, den Vorschlag des RAG-Chefs ernsthaft aufzugreifen. "Wir stehen am Anfang der Gespräche, ich bin in dieser Frage offen und vor allem daran interessiert, einen Beitrag für sichere Arbeitsplätze in Nordrhein-Westfalen zu leisten", unterstrich der SPD-Fraktionsvorsitzende.