Pressemitteilung:
04. Mai 2005
Edgar Moron: Rüttgers bricht einen Schulkrieg vom Zaun
SPD-Fraktionsvorsitzender
Edgar Moron wirft dem NRW-CDU Vorsitzenden Rüttgers vor, einen Schulkrieg vom Zaun zu brechen. In einem heute veröffentlichen Interview mit dem „Bonner Generalanzeiger“ kündige Rüttgers an, angesichts zurückgehender Schülerzahlen könne das gegliederte Schulsystem nicht erhalten werden. Rüttgers wolle eine „Aufbauschule für praktisch Begabte“ einrichten. „Die CDU will Hauptschulen und Gesamtschulen zusammenlegen und damit ihre Eigenständigkeit zerschlagen“, kommentiert Moron.
Nordrhein-Westfalen könne sich einen ideologischen Schulkrieg wie in den 70er Jahren nicht leisten. „Was wir jetzt brauchen, sind mehr Ganztagsschulen, sind selbstständige Schulen, sind vorschulische Förderangebote und sind flexible Instrumente gegen Unterrichtsausfall“, erklärt Moron. Es gehe darum, Konsequenzen aus PISA im bestehenden Schulsystem zu ziehen. „Daran wird mit der SPD nicht gerüttelt, Schüler, Lehrer und Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass Schulreformen behutsam und nicht gegen ihren Willen durchgesetzt werden“, bekräftigt Moron.
Bisher habe Rüttgers wahrheitswidrig behauptet, mit der SPD werde die „Einheitsschule“ eingeführt. Jetzt wolle er selbst angesichts zurückgehender Schülerzahlen nicht mehr am gegliederten Schulsystem festhalten. „Kein Mensch weiß, wofür Rüttgers steht, beständig an ihm ist nur der Richtungswechsel“, wirft Moron dem CDU-Spitzenkandidaten Orientierungslosigkeit vor. Die SPD werde freie Lehrerkapazitäten durch zurückgehende Schülerzahlen nutzen für mehr Unterricht und für mehr Förderung. Rüttgers Schulstrukturdebatte diene nicht den Schulen, sondern ausschließlich parteiideologischem Populismus im Wahlkampf.