Pressemitteilung:
13. Mai 2005
Edgar Moron: Gemeinsame Interessen auch gemeinsam vertreten, damit die Chemieindustrie stabiles Rückgrat der Wirtschaft bleibt
"Die chemische Industrie ist das stabile Rückgrat der Industrie in Nordrhein-Westfalen, deshalb müssen ihre Entwicklungspotenziale gestärkt werden", erklärte der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion,
Edgar Moron, in einer Veranstaltung der IGBCE mit Betriebsräten und Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement in Wesseling. Die EU sei ein strategischer Partner in dem Bemühen, die Wettbewerbsfähigkeit der Chemieindustrie zu sichern und Infrastrukturprojekte zu fördern. Notwendige Richtlinien und Verordnungen dürften nicht zu Überregulierungen führen. Moron versicherte, dass mit der SPD-Fraktion in Nordrhein-Westfalen nicht auf EU-Regelungen aufgesattelt werde.
Edgar Moron warb in Wesseling für ein abgestimmtes Vorgehen der unterschiedlichen Entscheidungsebenen. "Land, Bund, der Verband der chemischen Industrie, die IGBCE und die Chemieregionen müssen an einem Strang ziehen und ihre Interessen gemeinsam vertreten", sagte der SPD-Fraktionschef. Beim REACH-Planspiel sei das hervorragend gelungen. Es habe wertvolle Hinweise gegeben, wie höchstmögliche Sicherheit in der chemischen Industrie und für die Verbraucher erreicht werden könne, ohne die Wettbewerbsfähigkeit zu beeinträchtigen. Die Erfahrungen aus NRW seien nun Gegenstand der Beratungen bei EU-Kommission und EU-Parlament.
"Unser Blick darf aber nicht in Brüssel enden", mahnte Moron. Der internationale Wettbewerb beeinflusse auch den wirtschaftlichen Rahmen der Chemie in der Kölner Bucht mehr, als manchem lieb sei. Er wolle keine biblischen Vergleiche anstellen, aber: "Wir stellen fest, dass sich große Konzerne aus der Petro- und Basischemie zurückziehen und Produktion in aufstrebende Industrieländer verlagern, weil dort kurzfristig ein oder zwei Prozent mehr Rendite rausspringen." Das geschehe oft ohne Kenntnis der herausragenden Standortbedingungen hierzulande. Deshalb störe ihn unqualifiziertes Gejammer über den Standort Deutschland. "Wir verbessern unsere Bedingungen, wenn wir offensiv die Vorzüge hoch qualifizierter Arbeitnehmer, enger Zusammenarbeit der Produktionsstandorte mit Forschungseinrichtungen und Hochschulen und einer unvergleichlichen Marktdichte im Herzen Europas werben", bekräftigte Edgar Moron.
Dokumente:Wesselinger Erklärung