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Hans Theo Peschkes

Hans Theo Peschkes

Pressemitteilung:

01. Dezember 2006

Karl Schultheis: Erschreckender Einbruch bei Studienanfängern holt Schönredner Pinkwart ein

"Der Einbruch der Studienanfängerzahlen in Nordrhein-Westfalen ist erschreckend. NRW steht mit einem Rückgang von 10,1 Prozent bundesweit auf einem Abstiegsplatz. Nur Sachsen und Bremen sind noch schlechter. Die Zahlen belegen, dass die Landesregierung Zukunftschancen verspielt. Ein zentraler Grund für diese fatale Fehlentwicklung in NRW sind Studiengebühren. Auch wenn es Ministerpräsident Rüttgers und sein Wissenschaftsminister Pinkwart weiter bestreiten: Studiengebühren schrecken ab. Fakt ist auch, dass Pinkwart lange versucht hat, die Zahlen zu beschönigen. Doch die Zahlen des Landesamtes für Statistik entlarven den Schönredner Pinkwart", kritisierte der hochschulpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Karl Schultheis.

Am 16. Oktober hatte Minister Pinkwart noch behauptet, dass der Rückgang der Erstsemesterzahlen in NRW "nur" bei 5,3 Prozent läge. Diese Zahlen haben sich nun als falsch erwiesen. Die Zahlen des statistischen Landesamtes besagen eindeutig:

• 62.500 Studierende sind erstmals an einer Hochschule in NRW eingeschrieben. Die Zahl der Studienanfänger reduzierte sich damit im Vergleich zum Wintersemester 2005/06 um 4.900 (&8722;7,3 Prozent).

• Die Entwicklung der Studienanfängerzahlen im Wintersemester 2006/07 war bei den einzelnen Hochschularten unterschiedlich: Die Universitäten meldeten 10,1 Prozent, die Fachhochschulen 3,0 Prozent und die Theologischen Hochschulen 13,9 Prozent weniger Studienanfänger als im Vorjahr.

Da Minister Pinkwart bisher einer öffentlichen Stellungnahme zu den neuen Zahlen verweigert hat, wird die SPD-Landtagsfraktion in einer Serie kleiner Anfragen genaue Zahlen für jeden Hochschulstandort ermitteln lassen.

Es sei eine dramatische Entwicklung, so Schultheis, dass Deutschland sich mit einer Studierquote von 35,5 Prozent wieder vom OECD-Durchschnitt wegentwickelt. Der Aufholprozess der vergangenen Jahre sei damit umgekehrt worden. "Das Ziel muss aber sein, mehr hervorragend ausgebildete junge Menschen mit Hochschulabschluss zu haben und nicht weniger", sagte der Hochschulexperte. Diese Entwicklung habe nicht nur schlimme Folgen für die Zukunft unserer Wirtschaft, sondern wirke sich schon heute verheerend auf dem gesamten Ausbildungsmarkt in NRW aus. Schultheis: "Die Abiturienten, die wegen der Gebühren auf ein Studium verzichten, haben sich einen Ausbildungsplatz gesucht. So wurden auch sehr gute Realschüler aus Ausbildungsplätzen gedrängt und Hauptschüler hatten dann gar keine Chance mehr."

Der Wissenschaftsminister rede in Sonntagsreden immer davon, dass NRW bis zum Jahr 2015 aufholen müsse. "Dabei übersieht Pinkwart, dass die ersten Wagons seines Reformzugs schon abgekoppelt worden sind. Die Landesregierung hat es zu verantworten, dass wir den Anschluss verlieren", warnte Schultheis abschließend.