Pressemitteilung:
01. August 2007
Rainer Schmeltzer: Unternehmen müssen Konjunktur zur Schaffung weiterer Ausbildungsplätze nutzen
"Wir brauchen einen Ausbildungsruck, der durch Unternehmen, Kammern und Politik gehen muss. Dafür müssen wir den konjunkturellen Aufschwung nutzen", kommentierte der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Rainer Schmeltzer die aktuellen Zahlen des Ausbildungsmarktes. Die Unternehmen in Nordrhein-Westfalen hätten die Zahl der Ausbildungsplätze zwar deutlich steigern können, doch noch immer gebe es mehr als 46.000 Jugendliche, die eine Lehrstelle suchten, und nur etwa 22.000 Angebote. "Der Überhang entsteht aus der noch immer steigenden Zahl an Schulabgängerinnen und Schulabgängern, aus der Bugwelle der Altbewerber, die in den letzten Jahren kontinuierlich angewachsen ist, und nicht zuletzt durch die Einführung der Studiengebühren", sagte Schmeltzer: "Die Unternehmen müssen erkennen, dass ihre Wettbewerbschancen mit gut ausgebildeten jungen Fachkräften deutlich steigen. Die Jugendlichen sind keine Last, sondern eine riesige Chance, um auch dem Fachkräftemangel im Land zu begegnen."
Der SPD-Arbeitsmarktpolitiker erneuerte die Forderung seiner Fraktion, dass kleinen und mittleren Unternehmen mit bis zu 100 Beschäftigten eine Prämie zur Einrichtung eines neuen Ausbildungsplatzes gezahlt werde und der jeweilige Betrieb eine weitere Prämie erhalten solle, wenn die Auszubildenden die Kammerprüfung bestünden. Schmeltzer: "Diese 2 x 2.000 Euro, die die Unternehmen erhalten, sind sehr gut angelegtes Geld und aktive Mittelstandspolitik." Die Kammern müssten sich fragen lassen, ergänzte Schmeltzer, ob sie nicht die falschen Anreize setzten. "Es macht keinen Sinn, dass Betriebe eine Gebühr für die Anmeldung zur Kammerprüfung bezahlen müssen. Ausbildung ist eine Aufgabe, von der alle Unternehmen profitieren, auch jene, die selber keine Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen. Daher müssen sich alle Unternehmen an der Finanzierung der Ausbildung beteiligen."